Die Technik und ich – eine Hassliebe

by Marta Pagans


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Letzens beim Übersetzerstammtisch in Mannheim hatten wir mit Übersetzerkollegin Teresa La Torre und dem brandneuen Regionalleiter Sebastian Kreimes einen sehr interessanten Austausch über Technik – und zwar über die vielen kleinen Helferlein, die uns unsere Arbeit erleichtern. Sebastian hat am Rande erzählt, er würde neue Programme oft abends bei einem Glas guten Wein in aller Ruhe ausprobieren. Das würde ihm Spaß machen. Ich habe versucht, es mir nicht anmerken zu lassen, aber ich war einfach entsetzt!

Mich noch abends mit neuen Programmen auseinanderzusetzen und das auch noch zu genießen, ist für mich einfach unvorstellbar. Wenn ich schon eine Nachtschicht freiwillig einlege, dann eher, um etwas Kreatives zu machen, wie zum Beispiel diesen Post zu schreiben.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich mag Technik. Ich mag sie sehr. Tools, die mir helfen, meine Arbeit schneller und vor allem noch besser zu machen, schätze ich ungemein. Das Anwenden macht mir aber nur dann Spaß, wenn ich diese Tools auch wirklich beherrsche.

Das mühsame Aneignen von neuen Programmen bzw. aktuelleren Versionen empfinde ich jedes Mal als eine Qual. Bis alles reibungslos klappt, alle Einstellungen stimmen und das jeweilige Programm auf Anhieb macht, was ich will, erlebe ich immer wieder Momente der Verzweiflung.

Deswegen warte ich mit neuen Tools und neuen Versionen, bis es unbedingt sein muss. Ankündigungen von technischen Neuerungen erwecken in mir eher Widerstand als Begeisterung. Wenn es das komplette Gegenteil einer Beta-Testerin gibt, dann bin ich das.

Wahrscheinlich war ich deswegen vom Thema „Neue Wege im digitalen Zeitalter “ der internationalen Fachkonferenz in Bonn am Anfang nicht gerade begeistert. Digitaler Umbruch, künstliche Intelligenz … – nein, das sind nicht gerade die Themen, wofür ich brenne. Deswegen aber eine so großartige Gelegenheit verpassen, drei Tage lang zu netzwerken? Alte Gesichter wiederzusehen und ganz viele neue kennenzulernen? Das ging natürlich auch nicht! Wer weiß, vielleicht wird mich diese Konferenz eines Besseren belehren und werde ich das Thema demnächst doch noch ganz interessant finden.

Wie sieht es bei euch aus? Gehört ihr eher zu den Technikbegeisterten oder eher zu den Technikmuffeln? Und noch viel wichtiger: Sehen wir uns in Bonn?


Wenn der Postmann ...

by Marta Pagans


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Kennt ihr das? Ihr arbeitet im Home Office, wie man auf Neudeutsch so schön sagt. Ihr habt euch ein kleines, feines Büro eingerichtet und seid deshalb sehr oft zu Hause anzutreffen. Sobald die Postboten das mitbekommen haben, werdet ihr zur Postsammelstelle für die ganze Straße …

Mittlerweile habe ich die Vermutung, sie versuchen es nicht mal bei dem richtigen Nachbarn zu klingeln. Ich muss gestehen, das stört mich nicht besonders. Zwei Stockwerke runter bis zur Haustür und wieder zwei Stockwerke hoch zurück ins Büro bringen meinen Kreislauf wieder in Schwung. Wenn der nette Postbote dran ist, können wir ja ein kleines bisschen schwätzen.

Wenn ich aber unter Zeitdruck stehe, bin ich manchmal versucht, die Klingel einfach zu ignorieren. Gut, dass ich das heute nicht gemacht habe. Heute war das Päckchen ausnahmsweise für mich.

Eine Colomba ist nämlich extra aus Sizilien zu mir geflogen. Diese italienische Spezialität in Form einer Ostertaube wurde mir von zwei tollen Kundinnen und sehr geschätzten Kolleginnen geschickt. Als ich das Päckchen aufgemacht und die lieben Zeilen auf der Grußkarte gelesen habe, habe ich über das ganze Gesicht gestrahlt. Wie schön, so in die Ostertage starten zu können.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, schöne (und leckere) Ostern!


Transkreation und Unternehmertum – ein Seminarrückblick

by Marta Pagans


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Am 24. Februar war es soweit. Trotz des herrlichen Wetters, das eher zum Spaziergang in der Sonne als zum achtstündigen Aufenthalt im Seminarraum einlud, trafen sich 14 Sprachmittler im Leoso Hotel in Ludwigshafen. Das Seminar mit dem vielversprechenden Thema Translation – Transkreation: Vom Über-Setzen zum Über-Texten hatte eine bunte Gruppe aus Anfängern, Quereinsteigern und alten Hasen zusammengeführt. Dass zwei Teilnehmerinnen extra aus Irland und Italien angereist kamen, spricht für das Renommee der Referentin.

Nina Sattler-Hovdar führte uns souverän und mit zahlreichen praxisbezogenen Beispielen in die Materie ein. Trotz des kompakten eintägigen Formats gab es ausreichend Zeit für praktische Übungen und den kollegialen Austausch.

Ich hatte zuvor Ninas Buch gelesen und erstaunt festgestellt, dass wir im Laufe der Jahre sehr ähnliche Strategien in puncto Kreativität entwickelt haben. In Sachen unternehmerisches Denken ist sie aber vielen von uns weit voraus. Wir Übersetzerinnen (und da kann ich mir nur an die eigene Nase fassen) tendieren leider dazu, die eigene Kompetenz als selbstverständlich zu betrachten.

Nina hat uns immer wieder zu mehr Selbstbewusstsein ermutigt und uns wertvolle Impulse für den Umgang mit unserer Kundschaft gegeben. So hatte sie einige praktische Tipps parat, um besser erläutern zu können, warum die von uns angebotenen Dienstleistungen so anspruchsvoll und zeitaufwändig sind.

Auch wenn wir an dem Tag wenig vom schönen Wetter hatten, gingen wir abends hochmotiviert und mit vielen neuen Erkenntnissen nach Hause. Ich bin überzeugt, bald die ersten Früchte meines Seminarbesuchs ernten zu können.

Wie ist es bei euch? Steht unternehmerisches Denken bei euch schon ganz oben auf der Liste?


Was ist Transkreation?

by Marta Pagans


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Bei einem der letzten Übersetzertreffen erzählte ich wie so oft, dass ich mich neben der Synchronisation von Filmen der Übersetzung von Marketing-, PR- und Werbetexten widme. Auf einmal sagte dann eine Kollegin: „Ach so, Du machst also Transkreation!“

Ob ich Transkreation mache? Ganz ehrlich, in dem Moment wusste ich nicht, was ich antworten soll …

Ja, ich bin für die Werbebranche tätig und ja, oft haben die von mir auf Spanisch gelieferten Texte eher wenig mit dem deutschen oder englischen Original zu tun.

Aber ab welchem Punkt wird eine „freie“ Übersetzung zur Transkreation? Kann man alle für die Werbebranche angefertigten Übersetzungen allgemein als „Transkreation“ bezeichnen? Sind wir als Übersetzer wirklich in der Lage zu texten? Oder fehlen uns dafür die Ressourcen und der Zugang zum Kunden, die ein Werbetexter automatisch und ganz selbstverständlich hat?

All diese Fragen beschäftigen mich in letzter Zeit. Umso glücklicher schätze ich mich, dass ich doch noch einen Platz in einem der heißbegehrten Seminare von Nina Sattler-Hovdar ergattern konnte. Mit dem vielversprechenden Thema Translation – Transkreation: Vom Über-Setzen zum Über-Texten kommt sie am 23. und 24. Februar zu uns nach Ludwigshafen.

Ihr Buch mit dem gleichnamigen Titel habe ich schon bestellt, und es wartet ungeduldig darauf, gelesen zu werden.

Wie seht ihr das? Beschäftigen euch auch diese Fragen? Hättet ihr Lust, dabei zu sein? Es wird sicherlich spannend!